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Burg Beeskow (pm). Lena Schätte wird neue Burgschreiberin zu Beeskow. Darauf einigte sich die sechsköpfige Jury einstimmig am Montagnachmittag nach zweistündiger Beratung. Insgesamt hatten sich in diesem Jahr 40 Autor:innen aller Altersklassen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beworben, aus Städten wie Berlin, Potsdam, Bochum, Braunschweig, Wuppertal, Leipzig, Hannover, Bonn, Köln, Wien, Graz und Aarau, aber auch aus Berkenbrück, Woltersdorf und der Schorfheide.
Lena Schätte, 1993 geboren als jüngste Tochter einer Arbeiterfamilie im Sauerland, debütierte 2014 im Marlon Verlag. Anschließend arbeitete sie als Psychiatriekrankenschwester im Ruhrgebiet, bis sie 2020 ein Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig aufnahm. In den Folgejahren arbeitete sie als Betreuerin im Suchthilfesystem, war Stipendiatin des Berliner Senats im Literarischen Colloquium Berlin, des Klagenfurter Literaturkurses und der Roger Willemsen Stiftung und veröffentlichte Kurzprosa in Literaturzeitschriften. Ihr Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“, der 2025 im S. Fischer Verlag erschienen ist, wurde mit dem W.G.-Sebald-Literaturpreis 2024 ausgezeichnet und stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2025. Mit Auszügen aus ihrem aktuellen Romanprojekt, in dem es um Themen wie Ausgrenzung und Selbstachtung geht, gewann sie im Juni dieses Jahres den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis.
Die Jury überzeugte Lena Schätte mit der Dringlichkeit und Unmittelbarkeit ihrer Themen ebenso wie mit der Komplexität, mit der sie sie literarisch bearbeitet. Sprachlich sehr direkt und ungeschönt, ist sie dabei immer dicht an ihren jeweiligen Figuren, die sie mit Respekt und großer Empathie zeichnet, ohne sie jemals vorzuführen.
Zur Burgschreiber:innen-Jury gehörten neben der 33. Burgschreiberin zu Beeskow, Luo Lingyuan, und der Leiterin des Ressorts Kultur&Unterhaltung der Märkischen Oderzeitung, Christina Tilmann, auch Kerstin Bartelt von der Stadt Beeskow, der Buckower Autor, Filmemacher und Leiter des Buckowina e.V., Nicolas Flessa, Stephanie Lubasch als Sachgebietsleiterin der Burg Beeskow sowie die Schülerin Anna Sterzinsky vom Beeskower Rouanet-Gymnasium.
Das Amt „Burgschreiber:in zu Beeskow“ (seit 1993) wird vom Landkreis Oder-Spree und der Stadt Beeskow für die Dauer von fünf Monaten vergeben (Januar bis Mai 2027). Es ist mit einem Förderstipendium in Höhe von 5.000 Euro sowie freiem Wohn- und Arbeitsraum auf der Burg Beeskow verbunden. Das Stipendium ermöglicht dem/r Burgschreiber:in, eigene literarische Vorhaben umzusetzen. Wünschenswert ist die Bereitschaft zum aktiven Austausch mit Stadt und Region.
Lena Schätte wird am 9. Januar 2027 um 19 Uhr im Rahmen einer Antrittslesung im Konzertsaal der Burg Beeskow ins Amt eingeführt.
Zu den Burgschreiber:innen vergangener Jahre gehörten der 2005 verstorbene Henryk Bereska, Katja Lange-Müller, Regina Hilber, Armin Strohmeyr, Ines Geipel, Ralph Hammerthaler, Franziska Hauser und Inka Bach.
Foto: Boris Breuer |