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Müllrose (han). Oldphone, writing desk with drawers, union jack and as an drawer Bernd Stahr, der Radsportimport aus dem Südosten, der in seiner organisatorischen Arbeit von Tochter Anna von Klitzing tatkräftig unterstützt und für die Anmeldungen durch Steffen Tucholke im Team verstärkt wurde. Das war das Bild, welches sich den Anmeldenden am Pfingst-Samstag zum 6. Tweed Ride 2026, einer aus England übernommenen Tradition, bot. Einschreiben in die Startlisten, Nummer und Tweed Ride Tuch empfangen und schon stand der Teilnahme am großen Müllroser Radevent nichts mehr im Wege. Organisator Reno Hölzke erklärte den Streckenverlauf und freute sich, dass sein Freund Bernd wieder dabei war und begrüßte so nach und nach die erlauchten Herrschaften, die mit auf Radtour ins Schlaubetal gehen wollten. Von der Lordschaft bis hin zum Burschen und der gut situierten Hausdame war alles dabei und auch so gekleidet. Frau und Mann sahen, wurden gesehen und erregten schon auf Grund des Outfits die Aufmerksamkeit aller anderen. Ein Streitzug durch die Radmode bis heute.
„Hier ist es egal, mit welchem Rad man mitfährt, es ist keine Rennveranstaltung“, bemerkt Reno Hölzke fast nebenbei und begrüßt immer wieder Gäste an der Anmeldung und freut sich, dass auch die Resonanz zur sechsten Auflage wieder groß war: „Wir haben ursprünglich eine alte Tradition wieder aufleben lassen. Bis zum Krieg gab es in Müllrose eine sehr aktive Radlerschaft, die auch solche Touren ins Schlaubetal unternahm. Wir haben 2018 und 2019 damit wieder angefangen und spenden das eingenommene Startgeld für Müllroser Vereine oder Institutionen. Auch in diesem Jahr werden wir wieder einen hiesigen Verein unterstützen, um deren Jugendarbeit zu fördern und deshalb hoffen wir auf viele Teilnehmer.“ Dieser Wunsch ging in Erfüllung, denn an den Start am Schützenhaus gingen über 50 gut gelaunte angemeldete Radlerinnen und Radler und deren Kinder, nachdem noch die entsprechenden Fotos im Kasten waren. Auffallend waren die vielen auf den Gepäckträgern befestigten Körbe. „Darf man mal rein gucken?“, war eine oft gestellt Frage und genauso oft kam die gleichlautende Antwort, wie bei Katrin Lindner: „Nein, das Geheimnis des Inhaltes wird erst an der Ragower Mühle gelüftet, wenn wir Picknick machen!“ Damit beschrieb sie schon die halbe Strecke, die vom Schützenhaus über die Eiche in Kaisermühl zur Ragower Mühle führte und nach dem Picknick von dort zurück nach Müllrose.
An der Ragower Mühle bot sich ein durchaus romantisches Bild. Auf Decken sitzend wurden im Familienkreis die Speisen der Picknickkörbe ausgebreitet und mit Freuden verzehrt. Fingerfood genoss Hochkonjunktur. Es hatte so einen Hauch von Greenwich Garden anderen Parks in London, wenn es die Briten am Wochenende ins Grüne zieht. Nur die Familienhunde, wie die Pittbulls fehlten. Betrachter fühlten sich in eine andere Zeit versetzt und die gab es an der Ragower Mühle zur Genüge: „Das hat was!“ und „So etwas Romantisches haben wir noch nicht gesehen!“, waren anerkennende Worte der Mühlengäste, viele von Ihnen ebenfalls Radler, die vielleicht beim nächsten Tweed Ride mit dabei sind. Wer weiß? „Nach dem ausgiebigen Picknick an der Ragower Mühle fiel der Aufstieg und der bevorstehende Anstieg am letzten Berg besonders schwer, deshalb wurde eine kleine Bergwertung durch die Jury eingeschoben. Insgesamt blieb das Starterfeld jedoch schön geschlossen, doch einige Sonderpunkte konnten vergeben werden, für beste Synchronisation, Haltung und Koordination: Katrin Lindner und Sabrina Götting, für beste gegenseitige Unterstützung Ulrike Nögel und Klaus Kamp“ so das Organisatorenteam, dem selbst während des Tweed Rides noch Ideen kommen, denn diese Wertung war in diesem Jahr neu.
Mit radeln dürfen inzwischen alle, die pedalbetriebene Gefährte, mit und ohne „e“, ihr Eigen nennen, wobei die originellsten Räder immer noch Anerkennung finden. Dank der Veröffentlichung und Vorankündigung in der Tageszeitung kamen in diesem Jahr viele mit, die sonst immer erst nach dem Tweed Ride erfahren hatten, dass es dieses Event überhaupt gibt. Und die waren durchaus überrascht, was es da so alles gibt: „Nicht zu vergessen die Produkte aus der Region. Diesmal stand eine Auswahl von fünf Weinen zur Verkostung ( Mittagswein rot, Weisswein süß und trocken, Rose und ErdbeerSecco wurden probiert). Die Auswertung erbrachte den Seyerle Rose und Seyerle trocken gleich auf. Die meisten Gourmetpunkte bekam SEYERLE ROSE und damit den inoffizellen Ttel des "Fahrwasser" zum Tweed Ride 2026“, so Reno Hölzke in Auswertung der Verkostung.
Prämierungen in den verschiedensten Katagorien gab es auch 2026: • Best dressed Men im Ensemble mit dem ältesten Rad (mit einem original 1930er Adler) Michael Burkert aus Frankfurt/Oder • jüngste TweedRiderin war Ida K. mit ihrem Opa Siegfried Griehl aus Müllrose • erfahrenster TweedRider mit den meisten Teilnahmen war Detlef Krumm • Kategorie Klapprad/Brompton Challenge , Gerhard Nopp
Leider ereilte auch einen Fahrer ein platter Reifen auf der Hälfte der Strecke. Diese Panne wurde mit koordinierter Hilfe behoben, so dass er die Fahrt mit eigenem Fahrrad fortsetzen und mit etwas Verspätung noch pünktlich an der Abschlussveranstaltung teilnehmen konnte. Dieses „Ereignis“ veranlasste die Jury zur Eröffnung einer weiteren Sonderkategorie, nämlich mit Jens Jüterbock aus Müllrose den Gewinner des spontan vergebenen Zeitfahrpreises zu küren. Die Erlöse der Veranstaltung aus Startgeld und Kuchenbuffet in Höhe von 500,00 € gehen in diesem Jahr an die Wasserwacht Müllrose.
Fotos: han / hölzke |