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Vermischtes:
Eine Erfolgsgeschichte – die Unterstützte Beschäftigung beim Internationalen Bund Berlin-Brandenburg gGmbH, Region Brandenburg Nordost, Standort Frankfurt (Oder) in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur in Frankfurt (Oder)


Wege in den Job

Aus den unterschiedlichsten Gründen bekommen Menschen keinen Job und schon gar nicht „vor der Haustür“. Viele landen beim Jobcenter, müssen von Harz IV leben oder im günstigeren Fall bei der Agentur für Arbeit. Oft haben es schon Leute mit normalem Hauptschulabschluss schwer einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu bekommen. Noch schwieriger gestaltet sich die ganze Sache, wenn Menschen diesen Schulabschluss nicht erreichen können oder gar andere Benachteiligungen mit sich bringen.



Wo gibt es Hilfe?

Diese bietet seit Jahren die Arbeitsagentur mit der Unterstützten Beschäftigung (UB) an. Diese ist Geldgeber für die an Bildungsträger vergebenen mehrjährigen Projekte und die Reha-Berater der Agentur weisen die Teilnehmer*innen den Projekten zu. Im Falle der Arbeitsagentur Frankfurt (Oder) ist einer der Maßnahmeträger der Internationale Bund (IB), Berlin-Brandenburg gGmbH, mit den Standorten in Neuenhagen, Bernau und Frankfurt (Oder) für den Bereich Brandenburg Nordost. Hier arbeitet seit mehr als zehn Jahren ein erfahrenes Team von Qualifizierungstrainern, die nicht nur das wirtschaftliche Umfeld der Standorte und die Bedarfe genau kennt, sondern auch intensiv mit den Teilnehmern der UB arbeitet. Über betriebliche Erprobungen, Qualifizierungen und Stabilisierungen ist es das Ziel die zu Betreuenden in den Arbeitsprozess einzugliedern. Der enge Kontakt zu den Reha Beratern-und Beraterinnen, zu den Pat*innen in den Betrieben und wenn notwendig zu den gesetzlichen Betreuenden gehört dabei zum Tagesgeschäft.



Das klingt alles ganz gut, aber funktioniert die so gut angedachte Sache auch?

Eindeutig, ja. Konnten doch in den vergangenen Durchläufen bis zu 70 Prozent Vermittlungsquote erreicht werden. Diese Zahl ist stark schwankend und abhängig von den Benachteiligungen der einzelnen Teilnehmenden, deren psychischen und physischen Stabilisierung und natürlich dem Willen arbeiten zu wollen und unterliegt daher Schwankungen. Oft handelt es sich um Anlerntätigkeiten, da die wenigsten eine abgeschlossene Ausbildung haben und diese auch nicht durchführen können. Jede einzelne Vermittlung und Begleitung in den ersten Arbeitsmarkt ist ein Erfolg und funktioniert nur in enger Zusammenarbeit zwischen Agentur, Betrieb, UB-Team und Teilnehmenden. Die Wege sind mitunter langwierig, führen zu neuen Denkansätzen in Bezug auf Einsatzmöglichkeiten, so dass sich die endgültigen Ziele erst nach mehreren Erprobungen – auch in verschiedenen Betrieben abzeichnen.



Gibt es ein Beispiel?

Ganz konkret lässt sich das am Beispiel einer jungen Mutter beschreiben. Caroline Aust kam im Dezember 2020 zur UB, hatte einen Berufsabschluss in der Gastronomie, wollte und konnte dort aber nicht mehr arbeiten und litt unter psychischen Störungen. Sie benötigte Unterstützung für eine erneute Arbeitsaufnahme unter Berücksichtigung der in einer Vorschaltmaßnahme festgestellten Benachteiligungen, dem Aspekt der Alleinerziehenden und ihrer persönlichen Neigungen. Das alles musste nicht nur im Team kommuniziert werden, sondern auch mit den ausgewählten Betrieben. Eine vorstellbare Richtung für die Teilnehmerin war die Tätigkeit in einem Reinigungsunternehmen. Diese begann sie auch in Eisenhüttenstadt mit der betrieblichen Erprobung, die nach acht Wochen in eine betriebliche Qualifizierung überführt werden konnte. Schwankende Motivationen, die nicht nur allein bei Caroline Aust begründet

waren, führten im Endeffekt dazu, dass sie nicht eingestellt werden konnte.

Im nächsten Unternehmen scheiterte die Sache daran, dass die Alleinerziehende keine Wechselschichten gewährleisten konnte. Ihrem Vorschlag mit einer Wochen Früh- und einer Woche Spätschicht konnte das Unternehmen nicht folgen.

Fazit der Tätigkeit in diesen beiden Firmen: Die Teilnehmerin an der UB kannte sich im Reinigungsgewerbe sehr gut aus, erhielt Lob für ihre Umsicht und wollte nun endlich gegen Entgelt arbeiten. Im Wohnort nahen Bereich gab es allerdings nur noch ein Unternehmen, die in Frankfurt (Oder) ansässige Firma SDG, die in Eisenhüttenstadt eine Niederlassung betreibt.



Durchstarten zum Erfolg?

Qualifizierungstrainer und Teilnehmerin war klar, dass das die letzte Chance auf eine Einstellung am Wohnort war. Dementsprechend engagiert ging die Alleinerziehende an die Arbeit und erarbeitete sich innerhalb kurzer Zeit einen guten Ruf im Reinigungsteam. Auch die Zuverlässigkeit von Caroline Aust war gegeben und mit den Worten: „Ich fühle mich im Team aufgenommen, angekommen und möchte hier arbeiten!“ war der Weg zum Erfolg vorgezeichnet. Die Motivation zur Arbeit war einmalig und sollte schnellstmöglich in einem Arbeitsvertrag münden. Das wünschten sich auch der Eisenhüttenstädter Niederlassungsleiter und die Mitarbeiter*innen von SDG.



Und hat das zeitnah geklappt?

Nicht ganz, denn die Firma verlangte einen Führerschein. Den hatte sie nicht. In Gesprächen wurde geklärt, dass sich das Unternehmen für den späteren Einsatz mit Übernahme eigener Objekte wünschte, dass bei der Führerscheinausbildung seitens der Arbeitsagentur unterstützt wird.

Und hier kam die Vergangenheit aus entsprechenden Gutachten und die Vorgeschichte der Benachteiligungen wieder ins Gespräch: Kann Sie das überhaupt schaffen? Alleinerziehend, Arbeit und parallel Führerscheinausbildung – funktioniert das oder überlastet sie das? Letztendlich ging es um die Frage: „Ist das Geld sinnvoll eingesetzt?“

Im Endeffekt liefen alle Tests positiv und die Führerscheinausbildung sowie die Eingliederungsunterstützungen wurden vom betreuenden Jobcenter Landkreis Oder-Spree gewährt.

Der Arbeitsvertrag wurde zum 15. Februar 2022 geschlossen und die ehemalige

UB-Teilnehmerin unbefristet in der Firma SDG Service- und Dienstleistungs-GmbH eingestellt.



Was hat zu diesem Ergebnis geführt?

Ein wesentlicher Baustein zum Erfolg ist in der Unterstützten Beschäftigung (UB) die enge Zusammenarbeit zwischen den Reha Begleitern der Arbeitsagentur, Qualifizierungstrainern, Teilnehmenden und Paten in den Betrieben. Hinzu kommt bei Bedarf ein Netzwerk von sozialen Diensten und Ärzten. Es ist eine umfangreiche und längerfristige Begleitung zum Erfolg, die neben der betrieblichen Erprobung, Qualifizierung und Stabilisierung auch Projekttage beim IB selbst beinhaltet.

In den wöchentlichen Projekttagen werden in Einzel- und Gruppenbetreuungen Themen zur Arbeitswelt, aber auch Freizeitgestaltung, Kindererziehung, Ernährung u.a. umgesetzt. Erfahrungen der anderen Teilnehmenden der UB-Gruppe werden analysiert, weitergegeben und verallgemeinert.

Schwankungen bleiben im Eingliederungsprozess nicht aus. Diese abzufangen unterliegt dem gesamten UB-Team.

Beim Internationalen Bund Frankfurt (Oder) fühlen sich letztendlich die Qualifizierungstrainer, trotz der namentlichen Zuteilung der Teilnehmer*innen, für alle Teilnehmenden eines Durchganges verantwortlich.

Text: Jörg Hanisch (IB)
Fotos: Gabriele Frank (IB)

Foto1: v.l. Torsten Müller, Alexander Tesch, Willy Adermann, Bianca Hartung (Agentur für Arbeit), Uwe Kühnemann;
hintere Reihe: Ramona Dubois, Jörg Hanisch, Torsten Tomzek


Foto 2: v.l. Bianca Hartung (Agentur für Arbeit), Caroline Aust, Jörg Hanisch, Torsten Müller

Eingetragen am 05.10.2022 um 04:01 Uhr.
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