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Ratzdorfer Schicksale und Geschichten



Ratzdorf (pm). Irgendwie feucht-kalt fühlte sich der Volkstrauertag 2021 in Ratzdorf in unmittelbarer Nähe der Oder an. Dennoch kamen viele Einwohner zum Kriegerdenkmal, um den Toten ihrer Region und darüber hinaus zu gedenken: Dr. Ilona Weser hielt die Ansprache und ging auf Mitmenschen und deren Schicksale ein, wie die von Heinz Wittig und Gerhard Schulze aus Ratzdorf oder Alfred Nickel, 40 Jahre aus Kuschern. Unendliches Leid brachte der Krieg auch in den deutschen Familien, die ihre Söhne und Männer meist in jungen Jahren oder im besten Mannesalter verloren. Verewigt wurde das oft auf Namenstafeln an den Kriegerdenkmalen, so auch in Ratzdorf, wo diese im Rahmen der Sanierung 2005 letztmalig aufgearbeitet wurden und im Laufe der Jahre wieder verblassten und unleserlich wurden. Das Engagement würdigte Ilona Weser in warmen Worten und erzählte unter anderem diese Geschichte: „Die Tochter von Alfred Nickel, Adelheid Gleßner ist die Initiatorin und Förderin für die Restaurierung der Gedenktafeln für die Gefallenen aus Kuschern und Ratzdorf. Die Tafeln wurden damals am Totensonntag 2005 mit einem Gottesdienst und musikalischer Umrahmung von Fred Schulze, der mit Tochter auch im Jahr 2021 dafür sorgte, eingeweiht. Erneut initiierte Adelheid Gleßner die Aufarbeitung der Tafeln und erhielt viel Unterstützung von Einwohnern, Vereinen und Betrieben. „Mir ist das wichtig, dass die Namen zu lesen sind und so das Gedenken an die Toten dieses Krieges erhalten bleibt. Meine Mutter ist nie über den Verlust hinweg gekommen und auch ich habe darunter sehr gelitten“, erinnert sich die Seniorin heute, in deren Familie es noch mehr Verluste gab. Kuschern liegt heute auf der anderen Seite der Neisse und heißt Kosarzyn, gehörte aber damals mit zum Kirchenkreis Ratzdorf. Viele der damaligen Einwohner blieben nach 1945 sozusagen in Sichtweite und siedelten sich in Ratzdorf an.

Im Gedenken an die Ereignisse der Kriege gab es noch einen zweiten unbedingt erwähnenswerte Episode, die Würdigung der Grenzrose. Hier war die Rednerin selbst diejenige, die die Sache zum Laufen brachte: „Es ist schon lange ein Anliegen von mir, eine Grenzrose des Essener Künstlers Thomas Rother aufzustellen, verschiedene Plätze in Ratzdorf wurden dazu in Erwägung gezogen. Bei der Arbeit kam uns die Einsicht, die Grenzrose gehört in unmittelbare Nähe – als Mahnung und Zeichen der Versöhnung. Von Jens Liebelt wusste ich, dass eine der ersten Grenzrosen des Künstlers, im Auftrag von Arcelor in der Lehrlingswerkstatt gefertigt, im Lager von Arcelor steht“, erinnerte Ilona Weser an den Weg der Umsetzung von der Idee bis zum Aufstellen anlässlich des Volkstrauertages 2021. Der in Frankfurt (Oder) geborene Künstler hat auch an anderen markanten und mahnenden Orten derartige Grenzrosen aufgestellt. Die Ratzdorfer mahnt mit den Worten „Blumen statt Waffen – gegen Krieg für ein Europa des Friedens“, nicht nur die Erinnerungen zu behalten sondern dafür zu sorgen, dass die Krieg, Elend und Leid für immer der Vergangenheit angehören.
In diesem Sinne dankte Dr. Ilona Weser allen Akteuren für das Engagement und das Kommen vieler Einwohner und Hinterbliebenen an einem nasskalten und grauen Novembersonntag, der ein Sonntag im Kalender aber eben doch ein ganz anderer Sonntag war.

Fotos: han

Eingetragen am 17.11.2021 um 05:09 Uhr.
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