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Erinnerung, Mahnung und Hoffnung zugleich



Eisenhüttenstadt (han). Ganz im Zeichen von Hoffnung und Versöhnung und vor allem auf Frieden, auch in Anbetracht aktuellster Ereignisse stand der diesjährige Volkstrauertag wohl nicht nur in Fürstenberg/Oder.
In Eisenhüttenstadt fand die zentrale Veranstaltung in diesem Jahr auf dem Friedensplatz, am Denkmal für die „Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft der Stadt Fürstenberg (Oder)“ statt. Nach einer kurzen Begrüßung der Anwesenden durch den Ersten Beigeordneten der Stadt Eisenhüttenstadt Thomas Kühn, ergriff Erich Opitz Stadtverordneter und Vorsitzender der Bürgervereinigung Fürstenberg/Oder (BVFO) das Wort und erinnerte in seiner Rede nicht nur an die Gefallenen aller Länder der beiden Weltkriege sondern auch an diejenigen, die als Zivilisten ihr Leben lassen mussten, weil sie Juden waren, sich als Homosexuell auteten oder als Regimegegner des Sozialismus zum Tote verurteilt und hingerichtet wurden, wie Pfarrer Reinhard Gnettner aus Fürstenberg, der 1951 in Moskau erschossen wurde. So war das Opitzsche Gedenken gefüllt mit vielen Fakten und Zahlen, die Erinnerung und Mahnung zugleich waren und auch den politischen Wahnsinn der Gegenwart mit all seinen Katastrophen und Kriegen beinhaltete. Unterstützt von Petra Mai, die in ihrem Teil der Rede auf die Geschichte des Volkstrauertages einging von der Zeit nach dem ersten Weltkrieg bis zur Festlegung des heutigen Termines in der Bundesrepublik in den 1950er Jahren, nämlich dem vorletzten Sonntag im evangelischen Kirchenjahr bzw. dem 33. Sonntag im katholischen Jahreskreis. Beeindruckend sind die aktuellen Zahlen über die Arbeit des Volksbundes, der im Auftrag der Bundesregierung Gräber von etwa 2,8 Millionen Kriegstoten auf 832 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten betreut. Mehr als eine Million Mitglieder und Förderer unterstützen diese Arbeit unter dem Motto „Gemeinsam für den Frieden“. Größere Grabstätten gibt es auch auf polnischer Seite, in Cybinka, wo über 4.000 gefallene Matrosen und Soldaten sowie 400 Offiziere der Roten Armee beigesetzt wurden, die bei den Kämpfen gegen die VI. SS-Gebirgsdivision bei Fürstenberg/Oder gefallen sind. „Leider sind diese beiden Friedhöfe in einem unwürdigen Zustand“, so Petra Mai. Gedacht wurde aber auch „der über 200 gefallenen Wlassow-Soldaten, die am Brückenkopf „Erlenhof“ zwischen Fürstenberg und Neuzelle auf deutscher Seite kämpften und von der Befreiung vom stalinistischen System und einem freien Russland träumten“.
Für Erich Opitz gab es noch einen ganz aktuellen Aspekt, den Einsatz der Bundeswehr mit einer bitteren Bilanz: Sowohl die sogenannten Friedensmissionen, als „Gewöhnung Deutschlands an derartige Einsätze“ (Generalinspekteur des Heeres Klaus Neumann) als auch die „Verteidigung unserer Sicherheit am Hindukusch“ (Verteidigungsminister Peter Struck) forderten in 20 Jahren Krieg den Einsatz von 160.000 Soldaten, wovon 59 nicht lebend zurück kamen. Es wurden 12,3 Mrd. Euro für diese Militäreinsätze und fünf Mrd. Euro Entwicklungshilfe ausgegeben. Er schloss ab: „Ichstimme der FDP-Verteidigungspolitikerin Strack-Zimmermann zu, die sagte: „Die Bundeswehr wird nie und nimmer die Krisen der Welt lösen können“.“ Der Redner dankte Norbert Brose und Tilo Steinert für die Vorbereitung der Veranstaltung, die musikalisch von einem Trompetenduo begleitet wurde.
Mit Kranzniederlegungen und Schweigeminuten gedachten Parteien und Gruppierungen der Kriegsgefallenen und aller anderen Opfer von Gewalt. Die BVFO legte zudem noch einen Kranz am Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges nieder, dass sich am Eingang des Fürstenberger Friedhofes befindet. Auf drei Tafeln sind die Namen der Fürstenberger in Granit gemeiselt, die ihr Leben oft in jungen Jahren verloren. An der Aufarbeitung dieser Geschichten wird durch die Mitglieder der Bürgervereinigung immer noch gearbeitet.

Fotos: han

Eingetragen am 15.11.2021 um 05:00 Uhr.
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