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3.344 Kriegstote erhalten ihre Namen zurück |

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Eisenhüttenstadt (pm). Mehr als 80 Jahren nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges erhalten 3.344 in Fürstenberg (Oder) ums Leben gekommene sowjetische Kriegsgefangene ihre Namen zurück. Diesem Ereignis gedachten heute die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Marina Marquardt und Bürgermeister Marko Henkel im Rahmen eines stillen Gedenkens am Platz des Gedenkens zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Ab 1941 kamen innerhalb von nur vier Jahren insgesamt 4.109 Soldaten der Roten Armee im Fürstenberger Kriegsgefangenenlager STALAG III B durch Erschießungen, systematische Misshandlung, Hunger und Krankheit ums Leben. Viele der Toten stammten aus Russland und der Ukraine, aber auch aus anderen Sowjetrepubliken. Unweit des Lagergeländes wurden sie von der deutschen Wehrmacht anonym in zwei Massengräbern beerdigt.
Nach Kriegsende befanden sich die Massengräber auf dem Bauplatz des Eisenhüttenkombinates, weshalb die sterblichen Überreste 1951 in die Wohnstadt auf den ersten gebauten Stadtplatz im Wohnkomplex I umgebettet wurden und dort ein Ehrenmal errichtet wurde.
Als Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion 2007 die Militärarchive für die Forschung geöffnet wurden, tauchten Registrierunterlagen aus dem Fürstenberger STALAG III B sowie eine heimlich von den Ärzten im Krankenrevier geführte Totenliste auf. Die Funde wurden 2013 an die Stadt Eisenhüttenstadt übergeben. Bis 2017 erfolgte eine erste Auswertung des Materials durch das Brandenburgische Innenministerium.
Gemäß dem Gräbergesetz der Bunderepublik Deutschland müssen bekannte Namen der Toten an der Grabstelle verewigt werden. Die Stadt Eisenhüttenstadt war als örtlich zuständige Gemeinde für die Planung und Vorbereitung der Namensverewigung an der Grabstelle verantwortlich. Sämtliche Kosten für die Planung und Errichtung der Namenstafeln trägt die Bundesrepublik Deutschland.
Foto: Stadt EH |
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