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Wiesenau (han). Warum Honig für die Bienen Heizöl ist, erklärte Holger Ackermann vom Landesverband der Imker des Landes Brandenburg in seiner „gläsernen Imkerei“, in der die gesamte Honigherstellung bis zur Abfüllung in die Gläser gezeigt wurde. „Von der Blüte bis zum Glas vergehen etwa 14 Tage und jetzt sind ideale Bedingungen, denn die Bienen lieben eine Temperatur um die 37 Grad Celsius in ihrem Stock. Wird es zu warm, fächeln sie Wasser über die Waben, wenn es kälter wird, dient der eigene Honig als Heizung“, so der Imker in seinem kurzen Abriss der Temperaturregulierung im Bienenstock. Während dieser im Anbau der Kirche bei erträglichen Temperaturen weiter Honig schleudert und dabei von der kleinen Emma fleißig unterstützt wird, sind im großen Festzelt doch einige Punkte ausgefallen, da viele Gruppen absagten. Nur in den Gebäuden selbst ist es auszuhalten, so auch in der Heimatstube oder am Waschzuber davor, wo noch ganz nach Omas Art Wäsche mit dem Waschbrett gewaschen wird. Eigentlich alles, wie beim Vollautomaten, eben nur manuell. Abwechslung kultureller Art gab es dann doch noch, als der Bürgermeister Karsten Wolff gemeinsam mit Amtsdirektorin Annett Köhne im Duett sang. Am Abend spielte die Band „Wir 4“ auf und am Sonntag Vormittag sorgten „Jochens Jungs“ für die entsprechende Stimmung. Für kühle Getränke und das Bad im Sprühregner war gesorgt und auch eisgekühlte Wasserflaschen für die Aktiven waren da, so dass die Zeidelkirmes 2026 mehr Gelegenheit gab einmal in die Geschichte einzutauchen. Die Zeidelkirmes geht auf eine ganz alte Tradition der Honigherstellung zurück. Wiesenau, das frühere Krebsjauche, war Jahrhunderte lang das Zentrum der Zeidlerzunft, ein Zusammenschluss der Imker, die das Recht hatten, auf den Wiesen der Oderaue bei Krebsjauche die Imkerei zu betreiben. Die rund 70 Mitglieder kamen aus allen Schichten der Gesellschaft, unter ihnen Adlige, Bürger und Dorfbewohner. Das Sagen hatte der Starost. Nachdem sich alle Zeidler, auch aus den umliegenden Dörfern, wie Aurith, Ziltendorf, Brieskow, Lossow und Schernsdorf am Johannestag getroffen hatten, dem Pfarrer zum Gottesdienst folgten, gab es einen Festschmaus, den der Starost bezahlte. Die Zeche für die Getränke musste jeder selbst zahlen. Am Sonntag darauf kam man erneut in Krebsjauche zusammen, verkaufte den gezeidelten (geschleuderten) Honig und das gewonnene Bienenwachs. Danach konnte gefeiert werden, ohne die Polizeistunde einhalten zu müssen. Soweit die Kurzform für die Tradition der heutigen Zeidelkirmes, bei der sich zumindest das Feiern, der gemeinsame Spaß und das gute Essen und Trinken erhalten haben. Übrigens sind im Landeverband Brandenburg rund 3.000 Imker organisiert, die neben der professionellen Imkerei diese oft als Hobby betreiben. Die seit 2000 existierende Heimatstube in der alten Schule in der vor allem Funde aus Böden, Kellern und Scheunen zusammen getragen wurden, ist zu öffentlichen Anlässen zu besichtigen, ansonsten nach Anmeldung beim Bürgermeister. Betreut wird dieses kleine aber sehr geschichtsträchtige Museum von Katrin Rudolph, Anne Rützgerodt, Andrea Leuther und Heidi Klose. So war letztendlich auch das vergangene Wochenende ein Treffpunkt für die Wiesenauer und ihrer Gäste, die in eine tropische Nacht feierten.
Fotos: han |