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Politik:
Stellungnahme zur Kritik des Landrats Manfred Zalenga am Dokumentationszentrum

Eisenhüttenstadt. In einem Brief an die Eisenhüttenstädter Bürgermeisterin und in einer Meldung der Märkischen Oderzeitung vom 30.5.2012 wendet sich der Landrat des Landkreises Oder-Spree, Manfred Zalenga, kritisch gegen die Arbeit des Dokumentationszentrums. Damit soll begründet werden, dass der Landkreis seine Förderung für das Museum ab dem Jahr 2013 einstellen will.


Das Dokumentationszentrum sieht die Vorwürfe als unbegründet an und hat dies dem Landrat in einem detaillierten Schreiben dargelegt. Insbesondere wird der Vorwurf mangelnder Aktivität zurückgewiesen. Mehr als 20 Sonderausstellungen wurden gezeigt, auch außerhalb des Landkreises, beispielsweise in Wien, Budapest und Berlin, in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ebenso wie in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachen und an verschiedenen Orten Brandenburgs. Auch die bereits zweite binnen zehn Jahren grundlegend neu erarbeitete Dauerausstellung spricht hier ein deutliche Sprache. Ebenso sprechen Akzeptanz bei Bund und Land sowie die Aufnahme in die Gedenkstättenkonzeption des Bundes gegen ein „Dahindümpeln“. Die angesprochenen Probleme des Kulturtourismus und der Aktivierung von Schulen sieht das Dokumentationszentrum ebenfalls als kritische Punkte, verweist jedoch auf seine langjährigen Aktivitäten im Eisenhüttenstädter Tourismusverein und die Bemühungen, eine Betreuung für Schulklassen zu organisieren. Dies sind jedoch Schwierigkeiten, deren Lösung gemeinsame Anstrengungen erforderten. Das Dokumentationszentrum kritisiert, dass bislang zu den Kritikpunkten seitens des Landkreises noch nicht das Gespräch gesucht wurde. Deshalb hat es den Landrat erneut zu einem Besuch in das Museum eingeladen.

Nachdrücklich verweist das Dokumentationszentrum auf die positiven Effekte, die die Mitfinanzierung des Landkreises erbracht hat. Auf Grundlage dieser Grundförderung konnten Projektmittel in erheblichem Maße eingeworben und damit publikumswirksame Ausstellungen realisiert werden. Allein in Eisenhüttenstadt haben insgesamt mehr als 80.000 Besucher das Dokumentationszentrum besucht, hinzu kommen die Interessierten in zwanzig auswärtigen Ausstellungsorten. Nachdrücklich wird daran erinnert, dass die Arbeit und die Finanzierung des Dokumentationszentrums auf einem gemeinsamen Beschluss von Kreis, Stadt und Land beruht, der auch durch einen Beschluss des Kreistages und der Stadtverordnetenversammlung untermauert ist. Es wird deshalb gefordert, dass die Streichung der Förderung zurückgenommen wird.

Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, der Vorstand.

Foto: han

Eingetragen am 02.06.2012 um 05:13 Uhr.
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