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• Mit Tempo 30 auf der Sommerrodelbahn in der Prignitz • Altdöbern in der Niederlausitz öffnet Schloss, Park und Orangerie • Kleist-Route durch Frankfurt (Oder) und Slubice • F60: Schon 700 000 Besucher auf dem „Liegenden Eiffelturm“ •Geführte Kanutouren durch den Nationalpark Unteres Odertal • Wandern und Radeln auf ehemaligen Rieselfeldern des Barnim • Erster Wein aus dem Park Sanssouci • Neues Schlosshotel in Grube bei Bad Wilsnack ---------------------------------------------------------------------------------- Mit Tempo 30 auf der Sommerrodelbahn in der Prignitz (F1)
Die Sommerrodelbahn in Groß Woltersdorf zwischen Pritzwalk und Perleberg hat sich schon kurze Zeit nach ihrer Eröffnung im Juni als beliebtes Familienausflugsziel einen Namen gemacht. Bis zu drei Personen ab sechs Jahren können auf Plastikschlitten die 80 Meter lange Abfahrt auf speziellen Kunststoffmatten gleichzeitig genießen. Dabei erreichen sie bei einem Gefälle von 30 Grad immerhin eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 30 Kilometern pro Stunde. Die Benutzung der Bahn ist völlig ungefährlich und bis zu einem maximalen Körpergewicht von 90 Kilogramm möglich. Die von einer finnischen Firma entwickelte Anlage ist die einzige ihrer Art in Deutschland. Ihr sollen bald weitere folgen. Im Sommer ist die Bahn inmitten der Prignitz Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 12 und von 13 bis 18 Uhr und freitags zusätzlich von 18 bis 20 Uhr geöffnet. Der Ausflug zur Sommerrodelbahn kann mit einem Besuch im Waldlehrpark verbunden werden, der Eingang befindet sich gleich gegenüber. Auf einer 70 000 Quadratmeter großen Fläche wachsen mehr als 200 verschiedene Baum- und Straucharten. Den kostenlosen Park durchziehen Wege mit 3,5 Kilometer Gesamtlänge. Eine Schutzhütte bietet Platz für bis zu 120 Personen. In der Nachbarschaft lädt an schönen Tagen ein Naturbadesee zur Abkühlung ein. Weitere Möglichkeiten für den Rodelspaß im Sommer bieten der Erlebnispark Teichland südöstlich von Berlin und die Sommerrodelbahn Scharmützelbob am Scharmützelsee, östlich Berlins. Weitere Informationen: www.wahrberge.de, www.erlebnispark-teichland.de, www.scharmuetzelbob.de, www.reiseland-brandenburg.de. ---------------------------------------------------------------------------------- Altdöbern in der Niederlausitz öffnet Schloss, Park und Orangerie (F2)
Schloss, Park und Orangerie in Altdöbern bei Senftenberg ergänzen ab sofort die Liste touristischer Ausflugsziele in der Niederlausitz. Nach mehrjähriger und 1,4 Millionen Euro teurer Sanierung eröffnete in der Orangerie am 1. August ein Café. Die Mittel dafür stammen aus dem Förderprogramm „Integrierte Ländliche Entwicklung“ sowie von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Diese engagierte sich auch für die Wiederherstellung des direkt vor der Orangerie beginnenden Gartens und der Parkanlage. Dank einer von „Kulturland Brandenburg“ anlässlich des 300. Geburtstages Friedrich II. organisierten Ausstellung können zwischen dem 10. August und dem 14. Oktober auch erstmals einige Räume des Barockschlosses besichtigt werden. Im Mittelpunkt steht dabei Carl Heinrich von Heineken, der Mitte des 18. Jahrhunderts als führender Kopf des europäischen Kunsthandels galt und sein Schloss Altdöbern mit zahlreichen wertvollen Wandmalereien von sächsischen Hofkünstlern schmücken ließ. Ein Teil dieser Schätze konnte gerettet werden. Die Brandenburgische Schlösser GmbH, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz finanziert wird, will als Schlosseigentümerin 2013 die ersten Räume im Barockbau dauerhaft für Neugierige öffnen. Langfristig wünscht sie sich die Nutzung des Gebäudes als Hotel. Dafür sucht sie noch nach einem Pächter. Gute Erfahrungen mit Schlosshotels hat die Gesellschaft mit den Anlagen in Reichenow und Steinhöfel östlich Berlins gemacht. Anlässlich der Ausstellungseröffnung finden vom 10. bis 12. August am Schloss Altdöbern die „Parksommerträume“ mit Theater, Musik, Zaubereien und Führungen statt. Die Ausstellung „Ein Licht in der gelehrten Welt“ ist bis zum 14. Oktober an den Wochenenden von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.am-altdoebern.de, www.kulturland-brandenburg.de und www.reiseland-brandenburg.de. ---------------------------------------------------------------------------------- Kleist-Route durch Frankfurt (Oder) und Slubice
Touristen können ab sofort Frankfurt (Oder) und ihre am östlichen Flussufer gelegene Partnerstadt Slubice auf einer Kleist-Route erkunden. Sie führt über insgesamt 20 Kilometern zu Denkmälern und Orten, die einen Bezug zu dem bekannten Dichter Heinrich von Kleist (1777 – 1811) und dessen Großonkel Ewald Christian von Kleist (1715 – 1759) besitzen. An neun Stationen finden die Gäste auf großen Erklärtafeln Informationen, historische Fotos sowie Zitate von Kleist und anderen Dichtern wie Thomas Mann oder Gerhart Hauptmann. Fünf der neun Punkte befinden sich auf Frankfurter Stadtgebiet, die anderen in Slubice. Im Kleistmuseum unweit der Oder und in den Touristinformationen beider Städte werden kostenlose Broschüren in Deutsch und Polnisch mit einer Beschreibung der Route für Spaziergänger und Radfahrer und Tipps zur Einkehr angeboten. Hinweise auf das neue Angebot gibt es auch am Oder-Neiße-Radweg, auf dem jährlich mehr als 12 000 Radtouristen die Stadt durchqueren.
Zwei Frankfurter Stationen existierten bereits zu Lebzeiten von Kleist: die Garnisonschule, die heute das Museum für den Dichter beherbergt, und die ehemalige Franziskanerklosterkirche, die später zur Konzerthalle „Carl Philipp Emanuel Bach“ umgestaltet wurde. In Slubice besuchen die Touristen unter anderem die Reste des einstigen Kleistturms, den 1945 die Wehrmacht sprengte, sowie das Schlachtfeld von Kunersdorf (Kunowice). Hier erlebte Preußenkönig Friedrich II. 1759 eine seiner größten Niederlagen in einer Schlacht. Ewald Christian von Kleist erlitt in den Kämpfen an diesem Ort so starke Verletzungen, dass er einige Tage später daran verstarb. Seit 2008 erinnert eine lebensgroße Statue des „Käthchens von Heilbronn“ an Kleists populäres Bühnenwerk und an die Partnerschaft mit der Stadt Heilbronn. Die Tour kann auch in einzelnen Etappen erlebt werden. Auf Nachfrage bietet das Kleist-Museum Führungen auf der Strecke an. Weitere Informationen: www.frankfurt-oder-tourist.de, www.heinrich-von-kleist.org, www.reiseland-brandenburg.de. ---------------------------------------------------------------------------------- F60: Schon 700 000 Besucher auf dem „Liegenden Eiffelturm“ (F3)
Die „Liegender Eiffelturm“ genannte Förderbrücke F 60 in Lichterfeld bei Finsterwalde hat sich zu einer der meist besuchten Brandenburger Sehenswürdigkeiten entwickelt. Seit ihrer Eröffnung als begehbarer Stahlgigant im Frühjahr 2000 wurden bereits mehr als 700 000 Gäste gezählt. Selbst kühne Enthusiasten hatten Ende der 1990er Jahre, als erste Ideen für ein „Besucherbergwerk“ in der Lausitz die Runde machten, nicht mit einem derart großen Erfolg gerechnet. Aber nicht zuletzt die überregionale Werbung durch die Internationale Bau-Ausstellung „Fürst-Pückler-Land“ verhalf dem Tagebaugroßgerät zwischen 2000 und 2010 zu einer großen Bekanntheit. Die 502 Meter lange, 204 Meter breite und fast 80 Meter hohe F 60 wurde zwischen 1989 und 1991 in Lauchhammer gebaut. Sie war jedoch wegen des Rückgangs der Braunkohlenförderung nur 15 Monate in Betrieb und sollte wie ihre vier baugleichen Konstruktionen anschließend verschrottet werden. Doch rührige Gemeindevertreter entwickelten damals ein Konzept zur touristischen Nutzung der 11 000 Tonnen schweren Anlage und bewahrten sie dadurch vor der Zerstörung. Heute erhalten Besucher in einem Info-Center Einblicke in die Bergbaugeschichte und die künftige Entwicklung des Lausitzer Seenlandes. Dessen Dimensionen sind beim Blick aus der Aussichtskanzel schon zu erahnen. Die Förderbrücke erhebt sich 75 Meter über dem Erdboden und liegt in der Mitte eines 1,4 Kilometer langen Rundganges. Mutige Besucher können sich unter sachkundiger Begleitung sogar aus 60 Meter Höhe abseilen. Zu den Event-Höhepunkten in diesem Sommer gehören die „Pyro Games“ mit vier Pyro-Musicals von ausgewählten Feuerwerkprofis am 11. August. Die F 60 ist während der Sommersaison täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, freitags und sonnabends gelten je nach Wetterlage noch längere Öffnungszeiten. Weitere Informationen: www.f60.de, www.reiseland-brandenburg.de. ---------------------------------------------------------------------------------- Geführte Kanutouren durch den Nationalpark Unteres Odertal (F4)
Bis zum 14. November kann der Nationalpark Unteres Odertal noch auf geführten Kanutouren erlebt werden. Nach diesem Tag beginnt traditionell die Flutung der Polderflächen zwischen den Deichen, so dass ein Befahren der wertvollen Naturräume ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich ist. Im Frühjahr muss auf die Brutzeit vieler Wasservogelarten Rücksicht genommen. Somit bleibt für die Kanutouren in den Schutzzonen alljährlich nur die Zeit zwischen Juli und November. Die Touren beginnen am Wassersportzentrum Schwedt oder im einige Kilometer flussaufwärts gelegenen Stolpe und dauern mindestens fünf Stunden, wobei an ausgewiesenen Plätzen auch Gelegenheit für ein Picknick ist. Proviant muss sich jeder Teilnehmer allerdings selbst einpacken. Auf den sieben, acht und elf Kilometer langen Rundkursen erleben die Paddler eine überaus reiche Pflanzen- und Tierwelt. So fühlen sich in dem bei Schwedt nur rund drei Kilometer breiten Unteren Odertal unter anderem Seeadler, der Wachtelkönig, Silber- und Graureiher, Kraniche oder Biber und Fischotter sehr wohl. Die ausgebildeten Kanuführer erklären nicht nur die Natur, sondern weisen auch den Weg durch das mitunter einem Wildnis-Labyrinth gleichende Revier. Ohne sachkundige Begleitung wäre so ein Ausflug gar nicht möglich, weil sich die einzelnen Alt-Arme der Oder oft sehr ähneln und ein Verirren so nicht auszuschließen ist. Die Kanutouren sind ein Angebot zur Öffnung des Nationalparks, der bis vor wenigen Jahren auf diese Weise noch nicht zu erleben war. Die Bedenken von Naturschützern, die eine Gefährdung der sensiblen Naturbereiche befürchteten, haben sich jedoch nicht bestätigt. Die elf Kilometer lange Tour kostet einschließlich Bootsmiete und Schwimmwesten pro Person 30 Euro, Kinder bis 14 Jahre zahlen 12,50 Euro. Die kürzeren Strecken werden für 25 Euro angeboten, Kinder zahlen die Hälfte. Buchungen unter www.unteres-odertal.de, weitere Informationen unter www.reiseland-brandenburg.de. ---------------------------------------------------------------------------------- Wandern und Radeln auf ehemaligen Rieselfeldern des Barnim (F5)
Die früheren Rieselfelder in Hobrechtsfelde jenseits des nördlichen Berliner Stadtrandes entwickeln sich immer mehr zu einem beliebten Ausflugsziel für Wanderer, Radfahrer und Jogger. Zur Halbzeit des auf vier Jahre angelegten und vom Bundesamt für Naturschutz, dem Land Berlin, der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg, dem Kreis Barnim und anderen Partnern getragenen Waldweideprojektes wurde jetzt eine positive Zwischenbilanz gezogen. So entstanden seit 2011 auf dem insgesamt 850 Hektar großen Areal für 1,3 Millionen Euro Wander- und Reitwege, fünf überdachte Rastplätze, eine Aussichtsplattform, Bänke und Info-Tafeln. In eingezäunten Weideflächen, die von Besuchern durch spezielle Tore betreten werden dürfen, leben 30 Wildpferde und 170 Schottische Hochlandrinder, Uckermärker Rinder und Englische Parkrinder. Sie sollen durch ihre Fresslust das Gedeihen eines gesunden Mischwaldes unterstützen. Im Jahre 1984 war die Verrieselung von Berliner Abwässern auf dem Areal eingestellt worden. Zur 750-Jahr-Feier der Stadt 1987 sollte hier ein Naherholungsgebiet eröffnet werden. Doch es fehlte an guten Pflanzmaterialen und einem ausreichendem Wasserregime. In den Wirren der Wendezeit und danach geriet das Projekt in Vergessenheit, ehe sich der Förderverein des Naturparks Barnim der ursprünglichen Idee wieder annahm. Am 1. September werden die weiteren Vorhaben während des Naturparkfestes ab 14 Uhr im ehemaligen Gut Hobrechtsfelde vorgestellt. Ab 2013 soll sich eine Ausstellung im alten Speicher mit dem Wandel der Rieselfelder zur Erholungslandschaft beschäftigen. Weitere Informationen unter www.naturimbarnim.de und www.reiseland-brandenburg.de. ---------------------------------------------------------------------------------- Erster Wein aus dem Park Sanssouci
Erstmals seit mehr als 250 Jahren gibt es Wein aus dem Park Sanssouci. Die ersten Flaschen mit dem Etikett „Royal Plaisir“ („Königliche Freude“) enthielten ein Cuvée aus den Sorten Grauer Burgunder und Weißer Gutedel. Die Trauben dafür wurden auf dem Königlichen Weinberg unterhalb des Belvederes auf dem Klausberg im westlichen Teil des Parks geerntet. Erst 2006 hatte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg zusammen mit den Berliner Mosaik-Werkstätten für Behinderte mit der Herrichtung des Geländes in der Nähe des Drachenhauses begonnen. Die ersten Sanssouci-Flaschen wurden versteigert, um mit dem Erlös die Tradition des Weinanbaus zu fördern. Künftig kann sich jeder Interessent an der denkmalgerechten Sanierung des Weinbergs beteiligen, deren Kosten auf rund 2,8 Millionen Euro veranschlagt werden. Es gibt Patenschaften für einen Rebstock (ab 10 Euro) oder für einen Apfelbaum einer historischen Sorte (ab 40 Euro). Die Paten erhalten eine Urkunde mit Positionsbeschreibung und ein Namensschild vor Ort.
Preußenkönig Friedrich II. ließ 1769 einen Weinberg auf dem Südhang des Klausberges anlegen, um seine Tafel mit Obst und feinsten Trauben zu versorgen. Nach Ende der Monarchie fiel die Anlage in einen Dornröschenschlaf. Nach Kriegsende 1945 ließ die Rote Armee die Gewächshäuser als Reparationsleistung demontieren und in die Sowjetunion transportieren. Danach fiel das Gelände in Vergessenheit, bis vor sechs Jahren die Wiederbelebung begann. Diese Geschichte illustriert bis zum 12. Oktober eine Ausstellung unter dem Titel „Friedrichs Traum von einem Weinberg“ im alten Heizhaus, das von der Maulbeerallee erreichbar ist. Sie ist bei freiem Eintritt Dienstag und Donnerstag von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.spsg.de, www.mosaik-berlin.de und www.reiseland-brandenburg.de. ---------------------------------------------------------------------------------- Neues Schlosshotel in Grube bei Bad Wilsnack
Nach dem Abschluss mehrjähriger Sanierungsarbeiten stehen im Schloss Grube bei Bad Wilsnack Touristen jetzt insgesamt acht Suiten und Doppelzimmer zur Verfügung. Da die Zimmergrößen in dem 1741 im Barockstil erbauten Gebäude sehr großzügig bemessen sind, werden jeweils Aufbettungen angeboten.
Schon im Jahre 2010 hatten die Bauherren für den ersten Abschnitt der Renovierung den Brandenburgischen Denkmalpflegepreis erhalten. Die Jury lobte damals die „vielen vorbildhaften Lösungen bei der behutsamen Wiederherstellung“ und das „klare Denkmalkonzept“. So sei es gelungen, sowohl die Substanz aus dem 18. Jahrhundert als auch die späteren historischen Spuren zu bewahren. Nach der Enteignung der Besitzer im Zuge der Bodenreform 1945/46 diente das Schloss lange Zeit als Unterkunft für Flüchtlingsfamilien und Schule. Der lange Leerstand nach der Wende 1990 führte allerdings zu Verfall und Vandalismus.
Das Schloss Grube, das im Erdgeschoss ein großzügiges Restaurant beherbergt, will ein offenes Haus für Kunst und Kultur sein. Es gibt regelmäßige Konzerte und Lesungen. Höhepunkt ist in diesem Jahr die Aufführung des Stückes „Die Quitzows“ von Ernst von Wildenbruch am 11. August um 14 Uhr. Dabei wirken auf der Fläche zwischen Schloss und Fachwerkkirche auch zahlreiche Dorfbewohner als Schauspieler mit.
Weitere Informationen unter www.schloss-grube.de und www.reiseland-brandenburg.de.
(F=Fotos: TMB-Fotoarchiv) |