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Eisenhüttenstadt (han). Wenn im Museum „Talk im Kapitän“ angesagt ist, bleibt kein Platz leer. Eigentlich wie immer, wenn Museumschef Hartmut Preuß gemeinsam mit Moderatorin Janine Strahl-Oesterreich Gäste zur Plauderei auf die alte Feuerwehr einlädt. Am Samstag Abend war Kabarettist, Buchautor, Weltmensch und bekennender Sachse Bernd-Lutz Lange zu Gast und sorgte fast zwei Stunden lang nicht nur für Wissenswertes aus seinem Leben und Erleben sondern auch für strapazierte Zwerchfälle. Aus seinen Büchern zitierend, ganz Kabarettist und Schauspieler dabei, ging es um Werte, Vorstellungen, Realitäten in ernster bis witziger oder satirischer Form. In Zwickau aufgewachsen, erlebte er seine Kindheit in den Nachkriegsjahren, fand durch das Elternhaus zur Kirche und durfte kein Abitur machen. Der gelernte Gärtner und Buchhändler holte dieses auf der Abendschule nach und studierte dann in Leipzig an der Fachschule für Buchhändler. 1966 gründet er gemeinsam mit Gunter Böhnke, Christian Becher und Jürgen Hart das Studentenkabarett „academixer“. 1978 wird er Berufskabarettist. 1988 macht sich Bernd-Lutz Lange als Autor und Kabarettist gemeinsam mit Gunter Böhnke selbstständig. Gemeinsam mit Kurt Masur und drei hohen SED-Funktionären verfasst er am 9. Oktober 1989 den Aufruf zur Gewaltfreiheit bei den Demonstrationen in Leipzig und engagiert sich so für eine bessere DDR, denn er hätte den dritten Weg, den Tschechischen von 1968 gewollt. Politisch denkend sind Kabarettisten immer. „In der DDR war es einfacher, weil wir Botschaften und Informationen an die Leute brachten, die in keiner Zeitung standen. Heute steht alles in der Zeitung und so bleiben die gesellschaftlichen Konflikte“, so die Zusammenfassung Langes zu den Unterschieden Kabarett gestern und heute. Nächste Gäste im „Talk im Kapitän“ sind am 12. Oktober Günter Schabowski und am 23. November Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler.
Fotos: Jörg Hanisch |